Ein Gedicht von mir

1942 in Köln geboren, wurde ich mit meiner Mutter nach Polen evakuiert. Während des Einmarsches der russischen Armeen, wurden meine Mutter und die Mitbewohner des Dorfes ermordet. Ich durfte weiterleben, und kam 1946/1947 mit den Waisentransporten aus Polen  in ein Waisenhaus in Hannover. Der Start ins Leben war halt ein bisschen schwierig.

Meine späteren Pflegeeltern kamen in dieses Waisenhaus. Sie wollten eigentlich einen kleinen Jungen adoptieren. Mit ausgebreiteten Ärmchen lief ich auf sie zu, als sie das Zimmer betraten, und ließ sie nicht mehr los. Ich war schon immer sehr kontaktfreudig. Sie nahmen mich mit und ermöglichten mir eine schöne Kindheit.
Ich besuchte die Volksschule. Seit dem ich es gelernt habe, ist lesen eines meiner Hobbys.
Nach dem Unterricht half ich meinen Eltern gern in ihrem Lebensmittelladen.
Nach Abschluss der Volksschule besuchte ich die Handelsschule und arbeitete anschließend im Büro.

1958 lernte ich meinen Mann kennen, wir heirateten 1962.
1963 wurde meine Tochter Claudia geboren. Sie ist seit der Geburt mehrfach behindert, weshalb ich auch nicht mehr arbeiten konnte. Claudia musste sehr oft ins Krankenhaus.

In dieser Zeit fing ich an Gedichte zu schreiben, um damit meine Gefühle auszudrücken.  Schmerz, Trauer, Freude und glückliche Stunden hielt ich darin fest.

Mein Mann erkrankte zu dieser Zeit, und damit geriet mein Leben etwas außer Kontrolle. In meinem Tagebuch, das ich jetzt begonnen hatte, schrieb ich meinen Kummer nieder. Mir alles von der Seele schreiben zu können, half mir meinen Alltag zu bewältigen, meine Ängste in den Griff zu bekommen und den Anforderungen an mich gerecht zu werden. Die Anpassungsfähigkeit, zu der mich meine Eltern erzogen hatten, half mir geduldig alles zu ertragen.

1976 verstarb mein Mann. Ich war mit Claudia allein, fühlte mich hilflos. Wie sollte ich alles schaffen? 13 Jahre war ich Hausfrau und jetzt hieß es, Arbeit suchen, Claudia allein versorgen, mein Leben selbst in die Hand nehmen. Ich musste lernen mich durchzusetzen, zu kämpfen, Dinge zu tun, die ich nie habe tun müssen. Mit anderen Worten, endlich wirklich erwachsen werden.
Ein langer, beschwerlicher Weg lag vor mir.

Ich zog 1981 aufs Land in die Lüneburger Heide. Die Bundeswehr wurde mein neuer Arbeitgeber. Da es hier keine Wohnung gab, die für Claudia, mit ihren Behinderungen, geeignet war, entschloss ich mich ein Haus zu bauen, indem Claudia sich mit dem Rollstuhl gut bewegen konnte. 1988 zogen wir ein.

Geselligkeit war mir wichtig. Ich war im CB-Funk- , Kegel- und Angelsportverein.
Als Mitglied vom Schützenverein war ich in den Jahren 1982 und 1987 die Damenkönigin.
 Nach wie vor schrieb ich Gedichte. Bücher begeistern mich noch immer  sehr. Basteln, handarbeiten und Aquaristik wurden ebenfalls zu meinem Hobby.

Heute bin ich stolz und zufrieden mit mir, wenn ich auf das zurückschaue, was ich bewegen und erreichen konnte.

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